Bitcoin Hashrate fällt. Das Netzwerk geht weiter wie bisher

Die Haschrate von Bitcoin ist in diesem Monat bereits um mehr als 40 Prozent gesunken. Das Netzwerk bleibt davon unberührt – zeigt aber einen sehr beunruhigenden Trend der abnehmenden Nutzung und Benutzerfreundlichkeit.

Bitcoins Code Haschrate ist gestern um weitere 16 Prozent gesunken. Dieser Begriff bezeichnet die Anzahl der Haschisch-Operationen, die die Bergleute täglich durchführen, um gültige Blöcke zu finden. Das bedeutet, dass diese Rate seit Anfang März um fast 45 % gesunken ist.

Dies ist an sich der normale Verlauf der Ereignisse. Die Bergleute investieren in neue Bergbauspäne und Energie, um Bitmünzblöcke zu finden und erhalten die Belohnung aus der Blockbelohnung. Sinkt der Bitcoin-Preis, sinkt auch die Belohnung des Bergarbeiters. Der Bergbau wird immer weniger lukrativ und die Bergleute stellen ihre Maschinen ab. Der Fall war gewalttätig, folgte aber erst nach dem ebenso gewalttätigen Preisverfall.

bitcoin dollarDer Rückgang der Haschrate hat jedoch auch Folgen für das Netzwerk. Je weniger Haschisch die Bergleute produzieren, desto länger dauert es, bis sie einen neuen Block finden. Dadurch erhöht sich der Abstand zwischen den Blöcken. Das Netz verlangsamt sich, die Kapazität nimmt ab – zumindest vorübergehend, bis sich die Schwierigkeit des Bergbaus wieder anpasst.

Jeder, der gestern Abend versucht hat, eine Bitcoin-Transaktion zu senden, hat dies vielleicht schon einmal erlebt: Die Gebühren sind in die Höhe geschossen, und selbst diejenigen, die viel mehr als am Nachmittag bezahlt haben, mussten manchmal lange warten, bis die Transaktion blockiert wurde.

Heute kann fast jede Transaktion in einem Block mit sehr niedrigen Gebühren verwaltet werden. Das System reguliert sich anscheinend von selbst. Das ist eine gute Nachricht.

Die schlechte Nachricht

Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch einige unangenehme Nebenwirkungen. Man könnte sagen, dass wir von allen Welten das Schlimmste bekommen.

Die Zahl der täglichen Transaktionen geht zurück. Deshalb hat sich der Stau im MemPool auch so schnell aufgelöst. Weniger Menschen benutzen Bitcoin. Mit weniger als 260.000 täglichen Transaktionen auf wöchentlicher Basis setzt sich der Abwärtstrend seit Mai 2019 fort, hat ein Zwölfmonatstief erreicht und liegt auf dem gleichen Niveau wie Mitte 2017. Die Tatsache, dass sich die Situation über Nacht wieder normalisiert hat, ist eine Folge eines sehr ungünstigen Trends. Das ist die erste schlechte Nachricht.

Ripples-XRPDie zweite schlechte Nachricht ist, dass sich die Nutzererfahrung trotz sinkender Nutzung verschlechtert. Jeder, der gestern Abend eine Transaktion eingereicht hat, musste mehr als 1 Dollar bezahlen, um eine Chance zu haben, in den nächsten Block zu kommen. Solche plötzlich steigenden Gebühren, verbunden mit oft quälend langen Wartezeiten auf die Bestätigung, sind keine Seltenheit, sondern passieren alle paar Wochen.

Solche Unannehmlichkeiten sind für die Benutzer schwer zu erklären. Sie sind auch kaum vorhersehbar, was Bitcoin als Zahlungsmittel herabgestuft hat. Stellen Sie sich vor, Ihre Kreditkartengebühren schießen aus heiterem Himmel in die Höhe. Wenn Sie auf einen solchen Gebührenanstieg nicht vorbereitet sind, werden Sie eine extrem schlechte Benutzererfahrung haben und Bitcoin als Zahlungsmittel abschreiben.

Die Blockgrößenbegrenzung ist für diese Stagnation in der Nutzung und die Verschlechterung der Benutzererfahrung verantwortlich, die mit 1-1,5 Megabyte dafür sorgt, dass Bitcoin tatsächlich kontinuierlich an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Die wirtschaftliche Idee dahinter ist, dass es eine „Marktgebühr“ braucht, die das Einkommen der Bergleute langfristig garantiert.

Dieser Plan funktioniert jedoch offensichtlich nicht. Dies ist die dritte schlechte Nachricht. Der Preis, den man bezahlt – die Verschlechterung der Nutzererfahrung und die Stagnation der täglichen Transaktionen – führt nicht zum gewünschten Ergebnis.

Die Gebühren der Bergleute sind in den letzten Jahren nicht wirklich gestiegen. Sie liegen sogar auf einem niedrigeren Niveau als im Jahr 2017. Es gibt gelegentliche Spitzen, aber sie treten so zufällig auf, dass sie kein vorhersehbares Einkommen für die Bergleute bieten.

Sobald es eine solche Spitze gibt, entscheiden sich die Nutzer offenbar weitgehend, die Verwendung von Bitcoin einzustellen – daher der sinkende Verbrauch – oder sie mit niedrigen Gebühren auszusitzen. Das Ergebnis ist, dass die Gebühren schon nach kurzer Zeit wieder auf ein normales, eher niedriges Niveau fallen. Auch in dieser Kennzahl ist Bitcoin bis Mitte 2017 zurückgegangen. Die „Marktgebühr“ trägt also kaum zum Einkommen der Bergleute bei – verschlechtert aber die Nutzererfahrung massiv.

Sie sehen also, dass Bitcoin den Rückgang der Haschrate gut verkraftet hat. Es zeigt jedoch einen allgemeinen Trend einer abnehmenden Nutzung und Nutzbarkeit des Netzes.